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9 künstlerische Positionen

zur Ausstellung "Die Macht der Zeit"

Würde: Werke von Bruno Maria Bradt und Stefan Schindler
Vergänglichkeit: Werke von Susanne Leutsch, Inkyu Park, Nadine Elda Rosani und Philipp Wieder
Freiheit: Werke von Christine Hagner, Nina Urlichs und Herbert Maria Woijsik

Themenblock Würde

Bruno Maria Bradt

Grafik und Zeichnungen, Fürth

Beitrag: 12 Apostel und weitere Arbeiten, Zeichnung im Großformat, Fineartprints

Das Werk stellt Menschen da, die wir in unserer Eile und Geschäftigkeit meistens übersehen. Wir empfinden sie als Randgruppe oder als schwache Personen und sehen oft auf sie herab. Der Künstler stellt diese Personen würdevoll und mit viel Empathie da. Sie blicken uns ins Gesicht und fordern Anerkennung und Respekt von uns ein.

Stefan Schindler

Grafik und Zeichnungen, Fürth

Sakrale Skulpturen füllen eine andächtige Stille

Der Bildhauer Stefan Schindler widmet sich in seiner Tätigkeit der figürlichen Holzskulptur. Dabei interessieren ihn Wesen zwischen den Welten, die für sich allein stehen. Es entstehen Skulpturen, die eine Mischung aus kraftvoller Dynamik und nach innen gekehrter Stille ausstrahlen.

„Ich sehe meine Figuren als eine Art Andachtsbild, als ausatmenden Moment, als Anregung zum Innehalten.“

Themenblock Vergänglichkeit

Susanne Leutsch

Malerei und platische Arbeiten, Fürth


Beitrag: Objekte aus Papier

Wiederkehrende Themen sind die ewigen Prozesse von Werden und Vergehen, das Entstehen und Keimen des Lebens, das Wachsen, sich Ausbreiten und schließlich Vollendens eines Lebenszyklus. Die filigranen und verletzlichen Papierarbeiten befassen sich auch mit der Verletzlichkeit des Lebens.

Inkyu Park

Objekte / Plastiken, Fürth  (Seoul)


Beitrag: Objekte aus Tetrapack - nichts ist unendlich

Inkyu Parks „Louvre-Projekt“ hinterfragt die Beziehung von Kunst und Ideologie. Er sieht Kunst als Spiegel herrschender Ideologien – von der Antike bis heute. Am Beispiel des Louvre analysiert Park die Autorität von Kunstwerken und reproduziert antike Statuen digital, um sie als Polygonskulpturen aus Tetrapak neu zu formen. Damit kritisiert er die materialistische Weltanschauung unserer Zeit und deckt das „falsche Bewusstsein“ der aktuellen Ideologie auf.

Seine Arbeit thematisiert die Verbindung von Mensch, Stadt und Konsum. Tetrapak dient dabei nicht nur als Material, sondern auch als Werbefläche, die den Konsum anheizt – ein Selbstzweck des 21. Jahrhunderts: „Ich konsumiere, also bin ich.“ Park setzt auf Upcycling, um diesen Kreislauf zu durchbrechen, doch auch das stößt an Grenzen. Jedes Produkt ist vergänglich, wie das menschliche Leben selbst: Trotz Heilung und Reparatur bleibt die Vergänglichkeit unausweichlich.

Nadine Elda Rosani

Skulpturen / Holz, Heideck (Caldes, Brilon)


Beitrag: über das, was wir uns beeilen zu vergessen

Nadine Rosani zeigt in ihren figurativen Skulpturen, wie der Mensch wirklich ist, und was der Zeit nicht entgeht: Verletzungen, das gelebte Leben, mit seinen Spuren, die es hinterlässt. Ihre Werke sprechen von Alter, Veränderung, das sich in Falten, Haltung und Ausdruck einschreibt. Und sie zeigen respektvoll die Schönheit dieser Spuren.

Es sind Skulpturen, die ihre Kraft nicht aus Monumentalität, sondern aus dem Empfinden schöpfen. Rosani arbeitet mit Holz – ein lebendiges Material, das sie nicht zu glätten sucht, sondern bewusst in seiner Struktur belässt. Risse, Kerben, Brüche, Maserungen: sie sind keine Makel, sondern Ausdruck eines Daseins, das Spuren trägt. Spannungen und Verletzungen ihrer Figuren stehen sinnbildlich für das, was in unserer Gesellschaft gerne übersehen werden möchte.

Philipp Wieder

Fotografie und Bildkomposing, Nürnberg


Beitrag: Natura Morta, vergehende Phlanzen im Großformat

Philipp Wieders Blüten wirken wie Erzähler einer Geschichte, die nur deshalb in der Lage sind zu berichten, weil sie die Phase der Jugend hinter sich gelassen haben. Jeder Knick und jede Falte, die farbliche Kraft und der Schatten, den die Pflanzen werfen, sind Botschaften des Lebens und der Schönheit und wecken die Neugier des aufmerksamen Betrachters.
Alle Bilder der Serie „NATURA MORTA“ sind fast wie Ölgemälde auf Leinwand. Die Serie zeigt Pflanzen im letzten Abschnitt des Lebens. In der Phase des Vergehens entfalten Pflanzen ihre volle Schönheit in neuer Form – sie wandeln ihre Vitalität gegen zerbrechlichen Anmut. Dem Verfall entgegenblickend, begreift man, dass jede Abkehr von dieser Thematik nicht nur der Angst vor der Vergänglichkeit des Lebens geschuldet ist, sondern zugleich ein sich Verwehren vor dem Schönen ist.

Themenblock Freiheit

Christine Hagner

Grafik und Malerei, Nürnberg


Beitrag: Frauenporträts / Frauengeschichten - großformatige Leinwände, Acryl, Mischtechnik, Decalcomanie

Die porträtierten Frauen sind eine zufällige Auswahl aus verschiedenen Zeiten, Ländern und gesellschaftlichen Milieus. Sie sind alle Geschöpfe ihrer Zeit aber keinesfalls Opfer. Alle diese Frauen haben sich über Konventionen und Hindernisse hinweggesetzt und sind ihrer Berufung oder ihrer inneren Stimme gefolgt. Vermutlich gibt es noch viel mehr Frauen die so gehandelt haben - sie wurden nur nie öffentlich wahrgenommen.

Nina Urlichs

Grafik / Drucke / Malerei, Paris (Nürnberg) 


Beitrag: Horizon und Next Generation – Portraits zwischen Wut und Stolz

In dieser Arbeitsreihe geht es um die Ambivalenz von Gewalt und Sanftheit, um menschliche Gefühle und die Weitergabe – die Transmission – von Frau zu Frau, von Generation zu Generation, von Mutter zu Tochter. Vom Ende und Anfang eines Zyklus.

Auch die Bilder der Serie „Horizon“ fügen sich hier ein: Sie thematisieren die Überlieferung von Geschichten und Erzählungen vergangener Frauen und verweisen in den Werken „Next Generation“ auf die Vermittlung zwischen den Generationen. Im Fokus steht die Fähigkeit, Erlebtes weiterzuentwickeln, Trauma zu überwinden und mutig gesellschaftliche Veränderungen anzustoßen.
„All our tears“ besteht aus Zeichnung und Tusche auf zusammengenähten Stoffen und alten Spitzentaschentüchern (ca. 30 × 30 cm) und wird als Objekt in Schaukästen auf Sockeln präsentiert.
„Crépuscule“ ist eine große Installation (ca. 350 × 400 cm), die das Ende eines Zyklus und den Niedergang der Natur thematisiert. Sie spiegelt das Entsetzen und den Fatalismus der Menschheit wider. Das Werk ist beidseitig auf Leinen bearbeitet, leicht transparent, und zeigt unter einer Glaskuppel ein letztes vergoldetes Blatt.

Herbert Maria Woijsik

Malerei / Foto / Digital-Media, Zirndorf


Beitrag: Fotografie und Layout in intensiven, lebensbejahenden Farbwelten

In dem historischen Gebäude wird der Bezug zur Vergangenheit schnell deutlich. Erinnerungen an eine Zeit, in der Homosexuelle und andere Gruppen kriminalisiert und verfolgt wurden. Die mühsam errungene Akzeptanz und Gleichbehandlung dieser gesellschaftlichen Gruppen wird schon wieder in Frage gestellt. Anfeindungen von rechts und Übergriffe auf Einzelpersonen oder Veranstaltungen machen deutlich, dass noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten ist.
Warum erfährt die LGBTQ-Gruppe immer wieder reflexhafte Denunziation? Warum werden diese Menschen so gehasst? Woher kommen die extremen Männlichkeits-Tendenzen und wie kann man ihnen begegnen? Wie kann man dem Entgegenwirken?

Fragen und Anmeldungen an:

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